Die homöopathische Behandlung
Zitat Anfang:
"... Die Homöopathie ist eine spezifische Reiztherapie, deren Ziel die Stimulation der selbstregulatorischen Aktivität des Organismus ist. Es handelt sich um eine gezielte und individuelle Arzneitherapie. Die drei Grundprinzipien der Homöopathie sind:
- die Ähnlichkeitsregel
- die Arnzneimittelprüfung
- die Dosierungsregel.....
... Die häufig von Spekulationen und Pfuschertum geprägte Medizin des 18. Jahrhunderts wurde von dem 1755 geborenen Samuel Hahnemann heftig kritisiert. Mit der Homöopathie wollte er einen neuen Weg aufzeigen, die Medizin aus ihrem Dilemma führen. Dabei ging er mit - auch nach heutigen Maßstäben - wissenschaftlicher Akribie und Methodik vor:
Im Jahr 1790 beobachtete Hahnemann in einem Selbstversuch mit Chinarinde mehr zufällig, daß diese Substanz bei ihm genau diejenigen Symptome erzeugte, gegen die sie bei Kranken eingesetzt wurde. In zahlreichen weiteren Versuchen an Freunden, Angehörigen und sich selbst untersuchte er viele weitere Substanzen pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs und kam immer wieder zu dem Ergebnis, daß Arzneien an Gesunden charakteristische Symptome hervorrufen, die sie bei Kranken wiederum heilen. Als erster in der Medizin führte er kontrollierte Experimente mit Arzneimitteln an gesunden Versuchspersonen durch.
Der Beginn der Homöopathie wird von Medizinhistorikern auf das Jahr 1796 datiert, als Hahnemann seine Erkenntnisse in "Hufelands Journal" erstmals der wissenschaftlichen Öffentlichkeit vorstellte. Aus seinen Experimenten leitete er folgenden Lehrsatz ab:
"Wähle, um sanft, schnell, gewiß und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfall eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden erregen kann als sie heilen soll!"
Diese Ähnlichkeitsregel bildet die Grundlage aller homöopathischen Therapien. Homöopathie heißt wörtlich übersetzt "ähnliche Krankheit". Hahnemann schrieb seine Erkenntnisse im 1810 erschienenen Organon nieder:
Wichtige Merkmale der Homöopathie:
- Betonung präventiver (§4) und kausaler Medizin (falls die Krankheitsursache leicht zu erkennen und zu entfernen ist) (§7)
- Ablehnung der Suche nach einer inneren, unsichtbaren Krankheitsursache, dafür genaue Beobachtung der Veränderungen im körperlichen und seelischen Befinden durch den Arzt, den Patienten oder dessen Umgebung (§6)
- Verständnis von Krankheit als Störung einer geistartigen Lebenskraft (Dynamis, §9-11), nach heutiger Diktion: Störung des biokybernetischen Systems
- Bestimmte Noxen führen nur bei Disposition zu Krankheiten (§31)
- Ganzheitliches Verständnis von Krankheit: Auch streng lokalisierte Leiden hängen von einer Krankheit des übrigen Körpers ab und sind als untrennbarer Teil des Ganzen anzusehen (§193)
- Therapie nach der Ähnlichkeitsregel..."
Zitat Ende
(Quelle: "Praxisleitfaden Naturheilkunde", Autoren: A. Schäffler, U.
Renz, 2. Auflage, 1994, S. 131+132, Jungjohann Verlagsgesellschaft mbH, ISBN
3-8243-1349-9)
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